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Gesundheit

Süßigkeiten während der Schwangerschaft

gummibärchen-in-metallbehälternSchwanger und plötzlich träumt man von wilden Kuchenschlachten und Badewannen voller Schokocreme. Wir geben Informationen über die Wirkung von Schokolade auf Körper und Geist. Außerdem erläutern wir die Risiken von Süßigkeiten während der Schwangerschaft und worauf man in der Schwangerschaft achten sollte.

Wenn man schwanger ist, wird der gesamte Körper in einen hormonellen Kriegszustand versetzt, der die seltsamsten Ernährungsformen zum Vorschein bringt. Manche Frauen haben morgens plötzlich unfassbare Lust auf saure Gurken zum Frühstück oder Heißhunger auf süße Speisen. Eine wesentliche Rolle bei diesen Ernährungsproblemen spielt das Schwangerschaftshormon Beta-HCG, welches bei manchen werdenden Müttern Übelkeit, bei anderen Mamas hingegen Heißhungerattacken auslöst. Der Grund für dieses seltsame Verhalten liegt in der Biologie des Menschen. Denn der Körper versucht beispielsweise fehlende Fettreserven für Schwangerschaft und Stillzeit auszugleichen, indem er vehemente Hungersignale an das Gehirn sendet. Auch Geruchs- und Geschmackssinn wandeln sich, was auch einen sinnvollen Hintergrund hat. Denn vielen schwangeren Frauen vergeht schlagartig die Lust auf ihren morgendlichen, frühstücksbegleitenden Kaffee oder Zigaretten. Dies ist eine natürliche Schutzfunktion zu Gunsten des entstehenden Lebens im Körper.

Der Körper schützt damit also in erster Linie das Kind. Aber warum haben dann so viele Frauen auch unberechenbare Lust auf süße Speisen? Sind diese etwa gesund für das Kind und wenn nicht, was gibt es bzgl. Süßigkeiten in der Schwangerschaft zu beachten?

Wieso macht Schokolade glücklich?

Dass die handelsübliche Schokolade nicht zu den gesundheitsfördernden Nahrungsmitteln gehört, gerade auch aufgrund des überhöhten Zucker- und Kaloriengehalts, kriegen wir bereits seit Kindesbeinen eingetrichtert. Man soll es einfach meiden, sonst leidet man später an Fettleibigkeit oder kriegt im schlimmsten Fall sogar noch Diabetes. Schokolade hat allerdings ebenfalls den positiven Ruf ein Seelentröster, Stimmungsheber und Stresspuffer zu sein. Der körperliche Krankmacher soll also andererseits psychischer Gesundmacher sein. Schokolade hat dabei durchaus die fragwürdige Macht, die Stimmung kurzzeitig zu pushen – darüber sind sich Forscher heutzutage einig. Diese Eigenschaft haben diverse illegale Drogen aber auch, weshalb man sie dennoch nicht freizügig konsumiert. Finnische Forscher berichteten im Jahr 2004 bereits über die emotionale Wirkung des braunen Golds (oder Gifts- wie man’s nimmt). Doch nun kommt das irritierende Ergebnis: Frauen, die während ihrer Schwangerschaft jeden Tag ein Stück Schokolade verzehrten, bekamen Kinder, die im Alter von sechs Monaten glücklicher waren, gemessen am kindlichen Lachen und Lächeln, als ihre schokolosen Artgenossen. Das alles kann auf chemischer Basis begründet werden. Denn die kleine aber feine Aminosäure Tryptophan dient als Ausgangsstoff für den Glücksboten Serotonin. Ein Mangel an diesem Signalstoff kann sogar der Auslöser von Depressionen und Angstzuständen sein. Schokokonsumenten können also kurz aufatmen. Tryptophan ist allerdings ebenfalls in hohen Mengen in Cashewkernen, Sojabohnen oder aber dem natürlichen, ungesüßten Kakaopulver enthalten. Der in der Schokolade enthaltene Zucker unterstützt jedoch die Wirkung des Tryptophans zusätzlich, denn dieser regt die Ausschüttung von Insulin an. Dieser sorgt dafür, dass der Stoff schneller das Gehirn erreicht. Das bewirkt, dass der Serotoninspiegel und damit das Glücksempfinden kurzzeitig in die Höhe schießen und man nach dem Schokorausch zufrieden und glücklich durch die Welt wandelt.

Was Schokolade alles kann

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Die Meinung der Spitzschlammschnecken-Forschung (ja, du liest richtig) spielt in der Beantwortung ob Schokolade gesund für den Menschen ist eine entscheidende Rolle. Denn an ihnen wurde erforscht, ob Schokolade das Lernen, beziehungsweise das Erinnerungsvermögen, fördert. Schokolade könnte also schlau machen, so die Schneckenforscher. Das Ergebnis ist tatsächlich verblüffend: In dem Test wurde die Wirkung eines bestimmten Flavonoid, welches selbstverständlich in Schokolade enthalten ist, auf das Erinnerungsvermögen untersucht. Um dies zu überprüfen brachten versierte Schneckentrainer den Tieren bei im sauerstoffarmen Wasser ihre Atemöffnung geschlossen zu halten. (Wie genau ein solches Training aussieht, können wir an dieser Stelle leider nicht beantworten – vielleicht probieren wir es einmal in unserer Freizeit ;)). Das Training war lang genug um im Kurzzeitgedächtnis gespeichert zu werden, aber zu kurz um in das Langzeitgedächtnis zu gelangen. Unter dem Einfluss von Epicatechin gelang es den Schnecken allerdings sich bis zu drei Tagen an das Erlernte zu erinnern und die Erinnerung, die unter Einfluss des Flavonoids erlernt wurde, war auch stark genug um sich gegen spätere Erinnerungen durchzusetzen.

Die Forscher sind daher der Auffassung, dass bereits ein Riegel dunkler Schokolade das Erinnerungsvermögen des Menschen signifikant verbessern könne. In Maßen scheint das braune Gold also durchaus gesundheitsfördernde Aspekte zu haben.

Negative Auswirkung von Schokolade

Das Problem an der Schokolade  – oder besser gesagt allgemein an Süßigkeiten und Lebensmitteln mit einem hohen glykämischen Index – ist das in die Höhe schnellen des Blutzuckerspiegels. Gerade in der Schwangerschaft kann das besonders gefährliche Auswirkungen haben. Dies wurde mittels einer Untersuchung an trächtigen Schafen gezeigt. Diese erhielten in dem Test Nahrungsmittel, die den Blutzuckerspiegel enorm ansteigen ließen. Die Lämmer dieser Tiere hatten bei der Geburt ein deutlich höheres Geburtsgewicht und legten auch signifikant stärker und schneller am Gesamtgewicht zu. Blutzucker beeinflusst dementsprechend das Wachstum und den Fettstoffwechsel des Kindes- nicht nur der Lämmer. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine spätere Fettleibigkeit enorm.

Zu beachten ist auch, dass die Hormone, die schwangere Frauen produzieren, den Stoffwechsel allgemein beeinflussen. Dazu gehört auch der Zuckerstoffwechsel. Rund vier Prozent der werdenden Mütter leiden dadurch an der sogenannten Schwangerschaftsdiabetes. Da Blutzuckertests allerdings nicht zu den relevanten Routineuntersuchungen zählen liegt die Zahl der Frauen, bei denen Schwangerschaftsdiabetes vorliegt aber unerkannt bleibt, sicherlich höher.

Was sollten Schwangere nicht essen?

schwangere-frau-in-herbstlandschaftBesonders interessant ist nicht nur die Wirkung von Schokolade auf das ungeborene Baby – sondern auch die Wirkung anderer Süßigkeiten. Viele Süßigkeiten rangieren auf der Tabu-Liste der Lebensmittel in der Schwangerschaftsernährung. Besonders gefährlich ist hier das schwarze Wunderwerk Lakritz, dem ja eigentlich zahlreiche positive Effekte nachgesagt werden. Oft ist unbekannt, dass der Urstoff der schwarzen, handelsüblich in Schneckenform oder als Stangen erhältlichen „Süßigkeit“ natürlichen Ursprungs ist. Im Süßholz ist der sogenannte Stoff Glycyrrhizin enthalten, welcher besonders bei Husten eine besonders heilende Wirkung entfacht. Dieses wirkt im Krankheitsfall schleimlösend. Zusätzlich wurde eine antibakterielle, pilzhemmende Wirkung des Lakritz wissenschaftlich bestätigt. In der fernöstlichen Medizin wird Lakritz zudem für die Behandlung von Hepatitis-Erkrankungen und Leberzirrhose verwendet.

Lakritz in der Schwangerschaft

Problematisch wird das schwarze Gesundheitsgold Lakritz allerdings bei höheren Dosen, denn beispielsweise wurde bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft Lakritz verzehrten, ein deutlich erhöhtes Cortisol-Level gemessen. Bei Cortisol handelt es sich um ein Stresshormon, welches Verhaltens- und Konzentrationsprobleme hervorrufen kann. Experten raten dementsprechend dazu gewisse Mengen an Glycyrrhizin nicht zu überschreiten. Dies sollte aber im Idealfall zuvor mit einem Arzt abgeklärt werden.

Man kann weder Schokolade noch Lakritz verteufeln und sie mit einem „Vorsicht: Pures Gift“-Stempel versehen. Beide Produkte haben auch positive und medizinisch belegte Eigenschaften. Wie das aber bei allem im Leben ist- zu viel des Guten verkehrt das Gute schnell ins Schlechte. Schwangere Mamas müssen besonders auf ihre Ernährung achten. Sie essen für zwei, daher sollten die verzehrten Lebensmittel allgemein von hoher Qualität sein.

Interessant ist beispielsweise auch eine Studie, die mit 2.500 schwangeren Frauen von der University Yale durchgeführt wurde. Hier wurde die Wirkung von Schokolade (echter Schokolade, mit einem Kakaoanteil von über 70 Prozent), auf die so genannte Präeklampsie, die Schwangerschaftsvergiftung – die Hauptursache für Früh- aber auch Fehl- und Totgeburten ist getestet. Und siehe da: Frauen, die regelmäßig dunkle Schokolade aßen, hatten ein um 50 Prozent gesenktes Risiko an Besagtem zu erkranken.

Dementsprechend gilt auch: Süßigkeit ist nicht gleich Süßigkeit und Schokolade nicht gleich Schokolade. Wer wertlose, hoch zucker- und fetthaltige Produkte in erhöhtem Maße konsumiert, der kann- ob schwanger oder nicht- mit Problemen rechnen. Wer am Tag aber einen halben Riegel dunkler, hochwertiger Schokolade konsumiert, der reduziert damit nicht nur gewisse gesundheitliche Risiken, sondern macht das Baby sogar zu einem kleinen Happy-Minime.

Ernährung während der Schwangerschaft

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Wie bereits erwähnt, sollten schwangere Frauen besonderen Wert auf ihre Ernährung legen. Heißhungerattacken können beispielsweise durch besagte dunkle Schokolade, aber auch Obst abgewehrt werden. Da im Obst ebenfalls Fruchtzucker enthalten ist, sollte man auch damit nicht übertreiben. Des Weiteren sollte Obst und Gemüse vor dem Verzehr gut abgewaschen werden. Auch Weizenprodukte sollten durch Vollkorn und andere komplexere Speisen ersetzt werden. Zu Reis kann man bestens große Portionen an Gemüse oder Fleisch, wie zum Beispiel Hähnchen kombinieren, um eine ausgewogene, gesunde Mahlzeit zu sich zu nehmen. Fisch und Fleisch sollten außerdem von guter Qualität sein- darauf sollte man in der Schwangerschaft verstärkt Wert legen.

Wichtig ist, dass man während der Schwangerschaft keine Berge aus Nahrung zu sich nehmen sollte. Ein weit verbreiteter Irrglaube, der selbstverständlich darauf beruht, dass man da eben ein wachsendes Kind im Bauch hat, welches viel Essen zum Gedeihen benötigt. Der Kalorienbedarf liegt allerdings während der Schwangerschaft (ab circa dem vierten Monat) nur leicht über dem Normalbedarf- etwa 250 Kalorien, was einem Käsebrot entspricht. Relevant sind also nicht die Mengen, sondern nur die Qualität der Nahrungsmittel.

Kritische Lebensmittel in der Schwangerschaft

Neben Süßigkeiten gibt es zusätzlich einige andere Lebensmittelgruppen, die ihre Tücken haben. So sollte man beispielsweise Rohmilchprodukte wie Brie, Feta oder auch diverse Mozzarella-Sorten strikt umschiffen. Diese unterliegen in Deutschland glücklicherweise einer Kennzeichnungspflicht. Pasteurisierte Produkte sind in der Schwangerschaft aber kein Problem, sondern werden- ganz im Gegensatz- sogar empfohlen. Auch halbrohe, tierische Produkte wie Tatar, Carpaccio oder Sushi sind während der Schwangerschaft Tabu und selbstverständlich koffeinhaltige Getränke und Alkohol – in jeder erdenklichen Form.


fragezeichenHabt ihr während der Schwangerschaft vollständig auf Süßigkeiten verzichtet? Welche Erfahrungen konntet ihr mit Süßigkeiten in der Schwangerschaft sammeln?
Habt ihr spezielle Ernährungstipps und Empfehlungen für werdende Mütter?

Das HOBEA-Germany Team wünscht eine gesunde, aber dennoch genüssliche Schwangerschaft mit dem ein oder anderen kleinen Stückchen dunkler Schokolade. :)

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