Herbst mit Baby und Kleinkind

herbst-kind-blaetterDer Sommer neigt sich zu Ende und es beginnt die goldene Herbstzeit. Dank vieler Naturmaterialien, die im Herbst von den Bäumen fallen, findet man viel zum Basteln für die Kleinen.

Wir haben für euch die sympathische Bloggermama Mihaela von dem Blog beauty-mami.de zum aktuellen Thema „Herbst mit Baby und Kleinkind“ interviewt. Sie selbst führt nicht nur einen erfolgreichen Blog, sondern ist auch noch Mutter von zwei zuckersüßen Kindern.

Im Interview verrät Mihaela euch, wie man den Herbst mit Kindern am Besten verbringt und welche Aspekte in dieser Jahreszeit besonders zu beachten sind!


Herbst mit Baby und Kleinkind

Liebe Mihaela, stelle dich doch mal kurz vor.

Ich bin Mihaela, eine junge Frau, zweifache Mutter und geliebte Ehefrau, die im Moment die zweite Elternzeit in vollen Zügen genießt.

Womit beschäftigt sich dein Blog überwiegend?

Mein Blog „Beauty Mami“ spiegelt meine Persönlichkeit wieder. Dort findet man alles, was eine trendbewusste junge Mami interessieren könnte: wertvolle Empfehlungen und Anregungen in dem Bereich Beauty, Mami- , Kinder- und Babyprodukte, Produkttests, Gewinnspiele und natürlich ganz viele persönliche Momente.

Wie alt sind deine Kids?

Meine Tochter ist 9 (2009) Jahre alt und mein kleiner Sohn 5 (2013).


Der Herbst kommt alle Jahre wieder ziemlich ungemütlich, kalt, regnerisch und grau daher. Sicher ist es in einer so ungemütlichen Jahreszeit schwieriger die Freizeit der Kinder ansprechend zu gestalten. Hast du Tipps für herbstliche Unternehmungen/ Wochenendgestaltungen?

drachen-steigen-herbstDas stimmt. Der Herbst kann ziemlich ungemütlich werden.

Aber diese Jahreszeit bietet auch viele Spielmöglichkeiten für unsere Kinder. Am Wochenende, wenn die ganze Familie zusammen ist und das Wetter es erlaubt, unternehmen wir gerne Spaziergänge im Park oder im Wald. Damit der Ausflug für die Kleinen noch interessanter wird, sammeln wir alles, was die Natur uns bietet. Bunte Blätter, Kastanien, Stöcke, Tannenzapfen, lustige Steinchen und, und… Diese kostbaren Schätze eignen sich perfekt als Bastel-Utensilien, deswegen werden sie lange Zuhause aufbewahrt.

Wenn es windig genug ist, kann man auch einen Drachen steigen lassen. Es ist egal, ob er selbst gebastelt oder gekauft ist. Die Kinder haben immer Spaß daran, den neuen Spielkameraden fliegen zu sehen.

Fall es aber draußen zu regnerisch und kalt ist, kann man Zuhause zum Beispiel eine Märchenstunde organisieren. Die Kinder dürfen ihre Lieblingsbücher aussuchen, die die Eltern fleißig vorlesen können. Damit das Ganze richtig märchenhaft wird, kann man mit Decken, Stühlen und Kissen ein Schloss für die kleinen Prinzen und Prinzessinnen bauen. Darin klingen die Märchen viel interessanter… :)

Hast du besonders herbstliche Bastelempfehlungen (Beispielsweise mit Kastanien, herabfallenden Blättern usw.)? Wenn ja, welche haben dir und deinen Kleinen besonders viel Spaß bereitet und welche würdest du weiterempfehlen?

bastelideen-mit-kastanienMit Kastanien, getrockneten Blättern, Zahnstochern und kleinen Zweigen lassen sich tolle Figuren wie zum Beispiel kleine Kastanienmännchen basteln. Damit das Basteln den Kindern leichter fällt, benutzten wir gerne Bastel-Vorlagen oder malen selber welche. Die ausgewählten Figuren werden ausgeschnitten und mit bunten Blättern beklebt. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Kinder sind wahnsinnig kreativ und haben oft selber sehr originelle Bastelideen.

Auf was achtest du im Herbst bei der Kleidung deiner Kids besonders? Auch auf dem Weg zum Kindergarten muss das Kind ja zu allen Witterungsbedingungen sicher unterwegs sein! Wie wichtig sind Reflektoren und Co. deiner Meinung nach?

Sobald der Sommer vorbei ist und das pfuetze-mit-kindWetter wieder kalt wird, wird bei uns sofort die Outdoor-Funktionskleidung rausgeholt. Besonders bei den Anziehsachen für den Kindergarten achte ich viel mehr auf die Funktionalität als auf die Modetrends. Für mich ist es wichtig, dass die Regenjacke, die Regenhose und die Regenstiefel meiner Tochter windundurchlässig und wasserdicht sind. Auf diese Weise kann ich sie im Herbst ohne schlechtes Gewissen im nassen Sandkasten spielen lassen.

Was die Reflektoren für die Kinderkleidung betrifft, muss man schon bei dem Kauf sehr darauf achten, dass sie wirklich was taugen und das Kind im Straßenverkehr schützen können. Es ist empfehlenswert, sie vorher in einem dunklen Raum zu testen, ob sie tatsächlich genügend Licht zurückwerfen.

Wie hältst du deine Kinder warm? Worauf kommt es bei einem herbsttauglichen Outfit besonders an? Und worauf achtest du beim Schlafen oder bei der Auswahl von Decken verstärkt?

Sowohl im Herbst als auch im Winter hält das Zwiebelprinzip meine Kinder warm. Mehrere nicht zu dicke Kleidungstücke übereinander, die schnell und leicht auszuziehen sind, empfehlen auch Kinderärzte. Ein Winterschlafsack sorgt nachts dafür, dass mein Baby in Ruhe strampeln und sich wälzen kann, aber trotzdem warm bleibt. Für meine Tochter, die schon zu groß für einen Schlafsack ist, habe ich eine atmungsaktive und kindergerechte Winterdecke ausgewählt.

Viele Kinder leiden in Herbst und Winter verstärkt unter rissigen Lippen und spröder Haut. Kennst du dich damit aus und wenn ja, hast du einen Tipp dagegen?

Die dünne und zarte Baby- und Kinderhaut muss natürlich bei der kalten Jahreszeit geschützt und richtig gepflegt werden. Deswegen benutze ich für meine Kinder rückfettende und reichhaltige Pflegecremes. Bevor wir rausgehen wird zum Beispiel das Gesicht mit einer Wind-und-Wetter Salbe eingecremt. Für die Lippen gibt es auch für Kinder spezielle Fettstifte. Falls man aber keine findet, kann man auch eine kleine Menge Honig auf die trockenen Lippen auftragen. Er schmeckt nicht nur lecker, hat auch noch eine pflegende Wirkung. Die Lippen werden sofort weicher und sichtbar geglättet.


fragezeichenHabt ihr spezielle Tipps für den Herbst? Welche Bastelideen könnt ihr empfehlen und habt ihr Märchen, die besonders gut bei euren Kids ankommen?

Das HOBEA-Germany Team wünscht eine fröhliche, bunte und hoffentlich alles andere als langweilige Herbstzeit!

Baby und Welpe – Zusammenleben mit Hund

schlafendes-baby-mit-welpeFür viele Kinder stehen Haustiere – insbesondere Hunde – oftmals ganz oben auf dem Wunschzettel und auch viele Eltern wünschen sich, dass die eigenen Kinder gemeinsam mit Hunden aufwachsen. Ein Hund als Haustier bringt viele Vorteile mit sich: Sie sind treu und beschützen, senken den Stresslevel und stärken die Familie und den Charakter der Kleinen. Liest man jedoch viele Forenbeiträge zum Thema „Baby und Welpe“, sind viele Eltern verunsichert und entscheiden sich oft gegen einen Welpen. Daher haben wir für euch die sympathische Bloggermama Mirja zum Thema „Leben mit Baby und Welpe“ interviewt.

Im Interview verrät uns Mirja, wie das Leben mit Kind und Hund läuft, welche Herausforderungen damit verbunden sind und wieso sie sich zur gleichen Zeit für ein Baby und einen Welpen entschieden hat. Aber lest selbst:


Leben mit Baby und Welpe

1. Liebe Mirja, stelle dich und deine Familie doch bitte mal kurz vor.

kind-mit-hund-im-waldMein Name ist Mirja (26) und gemeinsam mit meinem Mann Maximilian (26), unserer Tochter Malia (fast zwei) und unserem Husky-Rüden Makani lebe ich in einem kleinen Ort in der Nähe von Bremen. Zu uns gehört auch noch mein Islandpony-Opa Balou. Wir sind eine aktive Familie und verbringen unsere Zeit am liebsten gemeinsam bei ausgedehnten Radtouren, Spaziergängen oder Wanderausflügen in der Natur. Wir sind abenteuerlustig und gerade auf der Suche nach einem Resthof, auf dem wir mit unserer wachsenden Familie und unseren Tieren ein schönes Zuhause gestalten können. Ich bin leidenschaftliche Fotografin und teile unsere Erfahrungen und Gedanken auf Instagram (@mirja.lou) und auch auf meinem Blog.

2. Bei der Vorstellung ein Baby und einen Welpen gleichzeitig großzuziehen fällt vielen besonders ein Substantiv ein: Stress. Wieso habt ihr euch trotzdem für ein Baby und einen Welpen zur gleichen Zeit entschieden?

Das scheint tatsächlich bei vielen die erste Assoziation zu sein und ich höre diese Frage wirklich häufig, auch von anderen, unsicheren Eltern, die eigentlich gern einen Hund wollen. Tatsächlich haben wir das gar nicht so empfunden. Mein Mann und ich wollten schon lange vor dem Kind einen eigenen Hund. Wir beide sind mit Hunden mehr oder weniger aufgewachsen. In unserer ersten gemeinsamen kleinen Dachgeschosswohnung wollten wir jedoch keinen Hund halten. Als mit der Schwangerschaft nach fast vier Jahren in der Stadt auch der Umzug auf’s Land folgte war klar: nun zieht endlich ein Welpe ein. Die Entscheidung fiel damals also tatsächlich mehr für uns als für das Baby. Bedenken hatten wir keine, denn wir haben ein sicheres Netz aus Familienmitgliedern, die uns vorübergehend oder auch dauerhaft unterstützt hätten, wenn irgendetwas nicht funktioniert hätte.
Den Zeitpunkt hat letztendlich der Zufall bestimmt – eine Bekannte hatte Welpen und ich habe mich in einen verliebt – meinem Mann ging es genauso und so kam Makani drei Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin im Alter von neun Wochen zu uns. Tatsächlich kam unsere Tochter bereits zwei Wochen später zur Welt.

3. Es gibt viele Ratgeber und Tipps, wie man das Baby am besten an den Hund heranführt. Wie habt ihr das gemacht? Hattet ihr professionelle Hilfe?

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Nein, über professionelle Hilfe haben wir gar nicht nachgedacht. Wir sind in allen Bereichen unseres Lebens sehr gefestigt und im Vertrauen. Wir beide sind mit Tieren groß geworden und wussten: wenn ein Tier von klein auf mit Kindern aufwächst, dann lernt es die Regeln für das Zusammenleben ganz von selbst bereits ab der Kinderstube. Gleiches gilt für die Kinder. Es gab für uns Grenzen, die selbstverständlich waren und auf deren Einhaltung wir konsequent geachtet haben und es auch heute noch tun. So hat jeder – sowohl Kind als auch Tier – geschützte Bereiche und Möglichkeiten sich zurückzuziehen, jeder darf in Ruhe essen und sagen, wann es zu viel wird. Besonders jetzt im Kleinkindalter ist das ganz wichtig geworden.
Als wir, mit unserer wenige Stunden alten Tochter, aus dem Geburtshaus zurückkamen, war unser Welpe noch bei meinen Eltern. Sie brachten ihn noch am selben Tag wieder zu uns und er durfte von Beginn an Kontakt aufnehmen, schnuppern und auch die Hand oder den Fuß ablecken, dabei sein, aber nicht mit dem Baby spielen. Alles andere fügte sich von selbst. Wir hatten das große Glück, dass Makani mit der Geburt unserer Tochter direkt gespürt hat, dass da nun etwas zartes, bedürftiges ist, worauf auch er Rücksicht nehmen muss.

4. Schlagzeilen wie „Hund beißt Baby“ sind immer wieder in den Medien zu hören. Hattet ihr zu Beginn auch viele Ängste und gab es einen Plan B, wenn der Hund das Kind nicht akzeptiert hätte?

haustier-hund-kleinkindNein, Angst hatte wir nie. Wenn man ein Tier von klein auf kennt und erzieht und einen gutes Verständnis dafür hat, dann kann man sein Tier sehr gut lesen. Es ist jedoch ganz klar unsere Aufgabe, sowohl Kind als auch Hund zu schützen und die jeweiligen Grenzen zu waren. Denn Tiere können nicht sprechen und Kinder brauchen unsere Anleitung und unser Vorbild. Damit ein Hund beißt muss vorher einiges schief gelaufen sein. Kein gesunder Hund, der nicht irgendwelche furchtbaren Erfahrungen machen musste, beißt direkt. Es gibt zahlreiche Kommunikationsmöglichkeiten, die der Hund vorher nutzt – erst wenn man auf all diese nicht reagiert kann es gefährlich werden. Hier ist es an uns, den Hund zu schützen – damit schützen wir letztendlich auch das Kind. Ich möchte soweit gehen zu behaupten, dass kein Kind von einem Hund gebissen wird, dessen Grenzen gewahrt werden.
Einen Plan B gab es natürlich, allerdings mehr für den Fall, dass Kind und Hund uns doch zu viel Arbeit sind. In dem Fall hätte meine Schwiegermutter den Hund vorübergehend oder dauerhaft zu sich genommen. Einen Plan B sollte jeder haben, der sich ein Tier anschafft – ob mit oder ohne Kinder.

5. Gemeinsam mit Kind und Hund lange Spaziergänge in der Natur und gemeinsames Schmusen auf dem Sofa. Das sind wahrscheinlich die Traumvorstellungen von den meisten, wenn man an das gemeinsame Zusammenleben denkt. Wie ist der Alltag mit Baby und Welpe? Welche Herausforderungen, aber auch schöne Momente gibt es? Darf der Hund auch mal mit dem Kinderspielzeug spielen bzw. das Holzspielzeug, die Krabbeldecke etc. ablecken?

der-beste-freund-hund-kindDiese Traumvorstellung kommt der Realität tatsächlich sehr nahe, auch wenn das Schmusen auf dem Sofa mit Kindern vielleicht nicht so ausgiebig ausfällt, wie man es sich vor dem Eltern werden vorgestellt hat. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass der Alltag mit Baby und Welpe sich massiv von dem Alltag mit Kleinkind und Hund unterscheidet. Ein Tag in unserer Familie sah vor einem Jahr komplett anders aus als heute.
Als unsere Tochter geboren wurde, war unser Welpe noch nicht vollständig stubenrein. Wir hatten die zwei Wochen vorher ausgiebig genutzt um Grundkommandos zu üben, Regeln im Haus aufzuzeigen und natürlich die Bindung zu festigen, aber das mit dem Pinkeln hat noch nicht so hundertprozentig geklappt. Glücklicherweise war mein Mann die ersten sechs Wochen nach der Geburt zuhause, so dass immer jemand da war, der mit dem Hund vor die Tür gehen konnte, auch wenn ich gerade mit schlafendem Baby im Arm auf dem Stillsessel festsaß. Unsere täglichen stundenlangen gemeinsamen Spaziergänge waren herrlich – wir haben unsere Tochter fast ausschließlich im Tuch getragen, sodass wir die Hände frei hatten und sie an der frischen Luft schlafen konnte. Das hat mir in den Monaten nach der Geburt sehr viel Spaß gemacht und einen schönen Rhythmus in unseren Tagesablauf gebracht.
Als unsere Tochter ins Krabbelalter kam, fingen Kind und Hund an, richtig miteinander zu spielen. Malia hat sich schlappgelacht, wenn Makani ihre Füße abgeleckt hat oder seine Haare sie im Gesicht gekitzelt haben. Und Makani lag am liebsten neben ihrer Krabbeldecke und hat – man kann es nicht anders nennen – herumgealbert: auf dem Rücken liegend in seine eigenen Pfoten gebissen, ihr sein Spielzeug zugeschoben, sanft ihren Popo angestupst. Das war eine tolle Zeit.
Kinderspielzeug war für unseren Hund von Anfang an Tabu, genau wie ihr Bett oder ihre Krabbeldecke. Das hat er sehr schnell verinnerlicht und er interessiert sich tatsächlich gar nicht für ihre Sachen. Als wir im Urlaub einmal vergessen haben Hundespielzeug mitzunehmen, hat er allerdings in der Nacht zwei ihrer liebsten Holzspielzeuge wortwörtlich geschreddert. Auch so etwas kann passieren.

kind-und-hund-spielen-holzspielzeugJetzt, mit Kleinkind und einem ausgewachsenen, noch leicht pubertären Hund, sieht der Alltag ganz anders aus. Als Malia zu Laufen anfing und nicht mehr im Kinderwagen oder im Tragetuch sein wollte, stießen wir ganz schön aneinander. Der Hund wollte rennen, aber mit Laufanfänger kommt man nicht voran. Eine kurze Zeit lang ist dann immer mein Mann mit dem Hund und ich mit dem Kind rausgegangen. Wir sind aber schnell auf eine Lösung gekommen, die mit Husky ja auch sehr naheliegt: wir fahren nun täglich gemeinsam Fahrrad. Zwischen 5 und 15 Kilometer sind unsere täglichen Runden und Kind und Hund genießen sie gleichermaßen. Wenn wir eine Pause einbauen, in der Malia auch laufen und spielen und der Hund etwas herumstöbern und verschnaufen kann, ist es perfekt. Zuhause sind die beiden zu einem eingespielten Team zusammengewachsen. Malia stellt ihm sein Futter hin, sagt „Sitz“ und dann „Okay“, wenn er fressen darf. Jeden Abend rennen beide wie wild fangen spielend durch unsere Wohnung oder den Garten. Nach dem Aufwachen wird immer zuerst der Hund begrüßt und natürlich weicht er ihr den ganzen Tag kaum einen Schritt von der Seite, ist immer dort, wo sie ist.

zusammenleben-kind-hundJetzt, wo beide die Regeln kennen, dürfen sie sich auch mal gemeinsam in einem anderen Raum aufhalten als wir. Wenn es einem der beiden zu viel wird können wir uns darauf verlassen, dass sie auf sich aufmerksam machen, damit wir die Situation mit ihnen lösen. Das alles ist kein Selbstläufer, das möchte ich ganz klar sagen. Sowohl mit Kind als auch mit Hund muss man immer wieder in Beziehung gehen und ihnen helfen, ihre Grenzen zu wahren und eingreifen, wenn es zu weit geht. Wenn Makani fünf Minuten einer lachenden Malia hinterhergerannt ist, die etwas leckeres zu Essen in der Hand hält (er weiß, dass er da nicht ran darf) und er dann doch zu aufdringlich wird und auf ihr „Nein“ nicht reagiert, dann ist es unsere Aufgabe ihr zu helfen und dem Hund zu sagen, wie er sich verhalten soll. Andersherum müssen wir unserer Tochter erklären, dass es dem Hund weh tut, wenn sie ihn am Fell zieht oder auf seine Rute tritt.

6. Ein Hund kann Naturverbundenheit, Verantwortungsbewusstsein und Mitgefühl bei Kindern fördern und vor allem zu einem richtigen Freund werden. Welche Vorteile siehst du im gemeinsamen Aufwachsen mit Tieren?

kind-und-hund-im-waldDas habt ihr bereits sehr treffend beschrieben und ich würde nur die Reihenfolge umdrehen. Ja, ein Hund ist ein sehr guter Freund. Das ist für mich das schönste daran, dass beide gemeinsam aufwachsen. Makani liebt sie bedingungslos, (be-)wertet nicht, enttäuscht sie nicht und ist immer für sie da – nicht immer gelingt all dies uns Menschen. Er ist ein so fester Anker in ihrem Leben, gibt ihr Sicherheit und Selbstvertrauen. Das wird für immer tief in ihr verwurzelt sein und sie wird ihn immer in ihrem Herzen tragen und niemals vergessen. Das finde ich wunderschön.
Ich sehe an unserer Tochter, dass das Aufwachsen mit einem Tier einem Kind so viel Selbstbewusstsein, Einfühlungsvermögen und Sicherheit geben kann. Sie ist Tieren und Menschen gegenüber wahnsinnig aufgeschlossen, geht mutig aber zurückhaltend auf alle Tiere zu und lässt sich voll auf sie ein. Oft sieht man bei Kindern zwei Extreme: Angst oder Distanzlosigkeit gegenüber Tieren. Wenn ein Kind mit Tieren aufwachsen kann, dann erlernt es einen ganz selbstverständlichen und souveränen Umgang mit ihnen.
Verantwortung lernt ein Kind durch ein Tier natürlich auch. Jedoch ist es ganz klar unsere Aufgabe, uns um das Tier zu kümmern. Diese Verantwortung dürfen wir keinem Kind auflasten. Ich finde wichtig, dass ein kleines Kind immer mithelfen darf, aber nie muss. So behält es die Freude daran. Dass man sich um ein Tier immer kümmern muss prägt sich durch unser Vorbild ein, nicht unbedingt dadurch, dass das Kind es immer selbst tun muss.

7. Zur letzten Frage: Wenn du noch mal vor der Situation stehen würdest, einen Welpe gleichzeitig neben dem Neugeborenen aufwachsen zu lassen, würdest du die Entscheidung wieder so treffen?

Lustig, dass du diese Frage stellst, denn genau vor dieser Überlegung stehen wir gerade. Wir erwarten im kommenden Frühjahr unser zweites Kind und denken schon lange, dass Makani ein vierbeiniger Spielgefährte gut tun würde.
Ja, wir würden die Entscheidung wieder genau so treffen. Allerdings würde ich beim zweiten Mal den Welpen zu einem früheren Zeitpunkt in der Schwangerschaft holen – es hat deutlich Vorteile, wenn der Hund stubenrein ist und schon viele Regeln beherrscht, wenn das Baby zur Welt kommt. Ein optimaler Zeitpunkt wäre für mich persönlich ab Mitte der Schwangerschaft bis spätestens sechs Wochen vor der Geburt. Natürlich immer mit einem Backup oder Plan B.
Für uns steht nun allerdings noch die Überlegung an, ob es ein Welpe sein muss oder auch ein junger Hund aus dem Tierschutz sein darf und ob wir warten, bis wir unseren eigenen Hof gefunden haben.

kleinkind-und-hund-spaziergang

Wir bedanken uns herzlich bei Mirja für das tolle Interview! Falls ihr noch mehr von ihr und ihrem Leben erfahren möchten, schaut mal auf ihrem Blog und ihrem schönen Instagram-Account vorbei. :)


fragezeichen

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Zusammenleben von Kind und Hund gemacht? Gab es besonders schöne oder lustige Momente? Könnt ihr euch ein Zusammenleben mit Welpe und Baby vorstellen?

Das HOBEA-Germany Team wünscht eine schöne gemeinsame Zeit  – ob mit Kind und Hund – einfach im Kreis eurer Liebsten.

Meningitis: Gefahr für Babys und Kinder

Die häufigen Kinderkrankheiten Masern, Windpocken und Scharlach sind wahrscheinlich allen Eltern bekannt. Meningitis hingegen kennen nur wenige und das obwohl eine Meningokokken-Infektion innerhalb von 24 Stunden lebensbedrohlich werden kann. Die wirklich ernstzunehmende Krankheit hat absoluten Aufklärungsbedarf und deshalb freuen wir uns, dass die Aufklärungskampagne MENINGITIS BEWEGT. über die wichtigsten Fragen zu diesem Thema aufklärt.


Kampagne MENINGITIS BEWEGT.

Die deutschlandweite Aufklärungskampagne MENINGITIS BEWEGT. wurde 2016 ins Leben gerufen. Eine Umfrage hatte ergeben, dass Eltern nichts oder nur sehr wenig über Meningokokken und ihre Gefahren wissen.

Die Kampagne möchte vor allem junge Eltern und Personen mit Kinderwunsch auf dieses Thema aufmerksam machen und eine Plattform bieten, auf der man sich ausführlich zu Meningokokken informieren kann. Unterstützt wird die MENINGITIS BEWEGT. Kampagne von der TV- Moderatorin Shary Reeves. Sie ist als Kampagnenbotschafterin von Anfang an mit dabei.

Kampagnenbotschafterin Meningitis bewegt

Was sind eigentlich Meningokokken und was kann bei einer Infektion passieren?

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen- und Rachenraum von Menschen ansiedeln und eine Infektion auslösen. Weltweit gibt es zwölf Bakterienstämme.  In Deutschland treten in der Regel nur fünf dieser Serogruppen auf – A, B, C, W135 und Y. Dabei sind Meningokokken B und C sind für den Großteil der Infektionen verantwortlich.

Obwohl eine Ansteckung hierzulande vergleichsweise selten ist – im Jahre 2017 wurden 283 Fälle gemeldet – sind Meningokokken sehr gefährlich. Kommt es zu einer Infektion, kann sie eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung auslösen.  Innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen, kann dies insbesondere für Säuglinge und Kinder lebensbedrohlich werden. Mögliche Folgen sind Amputationen, Hörverlust und kognitive Einschränkungen wie Lernschwächen. Bis zu eine von zehn Erkrankungen endet tödlich.

Warum sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder betroffen?

Proud mother and father smiling at their newborn baby daughter at home

Etwa zehn Prozent der Erwachsenen tragen Meningokokken auf der Oberfläche von Nasen- oder Rachenschleimhaut ohne es überhaupt zu wissen, da ein gesundes Immunsystem in der Lage ist, die Meningokokken zu bekämpfen. Kinder und Säuglinge, deren Immunsystem noch nicht ausgereift  ist, können sich jedoch über eine Tröpfcheninfektion anstecken. So können Sprechen, Husten, Niesen oder Küssen zu einer Infektion mit Meningokokken führen. Tatsächlich stecken sich die meisten Säuglinge und Kleinkinder bei augenscheinlich gesunden Familienmitgliedern oder Betreuungspersonen an.

Wie kann ich mein Kind schützen?

Den einzigen Schutz bieten Impfungen, da Meningokokken unbewusst übertragen werden. In Deutschland können Eltern ihre Kinder durch eine Impfung gegen die fünf am häufigsten vorkommenden Serogruppen schützen.  Am besten lässt man sich frühzeitig beim Kinderarzt beraten, welche Impfungen er empfiehlt und fragt bei der Krankenkasse nach, ob die Impfung übernommen wird.

Was tun, wenn es doch zu einer Infektion kommt?

Auf den ersten Blick und vor allem zu Beginn einer Infektion ist es schwierig Meningokokken zu erkennen. Die Symptome sind zunächst eher unspezifisch und lassen nicht selten eine grippeähnliche Erkrankung vermuten. MENINGITIS BEWEGT. möchte hierfür ein Bewusstsein schaffen und sensibilisieren, damit Eltern und Verwandte im Falle eines Verdachts auf Meningokokken schnell handeln können. Die praktische Symptom-Check-Karten für die Brieftasche, bildet  auf einen Blick alle möglichen Symptome ab.

Symptom-Check-Karte

Symptome Meningokokken Meningitis

Sobald spezifische Anzeichen wie punktuelle Einblutungen in der Haut, Nackensteifigkeit oder eine harte bzw. vorgewölbte Fontanelle auftauchen, herrscht oft bereits akute Lebensgefahr. In diesem Stadium zählt jede Minute und man sollte umgehend ein Krankenhaus aufsuchen. Je früher eine Diagnose gestellt werden kann, desto eher kann eine Therapie mit Antibiotika begonnen und schwere Folgeschäden vermieden werden.

Auf der Kampagnenwebseite www.meningitis-bewegt.de finden Eltern, Schwangere, Kita Mitarbeiter & Co. weiterführende Informationen und Tipps rund um das Thema Meningokokken. Außerdem kann dort die Symptom-Check-Karte heruntergeladen werden.


fragezeichenKanntet ihr die Krankheit Meningitis bereits? Wusstet ihr die Symptome der Infektion? Und welche Erfahrung habt ihr bereits mit Kinderkrankheiten gemacht? 

Das HOBEA-Germany Team wünscht euch und euren Kindern viel Gesundheit!

Wenn das Baby Fieber hat – Kinderarzt Interview

schlafendes-baby-babybody-weissGibt man die Begriffe „Baby“ plus „Fieber“ in eine Suchmaschine ein, werden alleine nur in Deutschland knapp 3,5 Mio. Ergebnisse angezeigt. Besonders wenn die Kleinsten krank sind, sind Eltern schnell verunsichert. Wenn das Baby auch noch das erste Mal krank ist, erhöhte Temperaturen hat und fiebert, sorgt man sich als Eltern natürlich sehr und reagiert ggf. noch unsicher.

Aber ist die Angst rund um die erhöhte Körpertemperatur bei Babys und Kindern begründet oder nicht? Natürlich gibt es auch viele Mythen rund um das Thema Kindergesundheit, welche einen zusätzlich verunsichern.

Daher haben wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Fieber bei Babys und Kindern zusammengestellt und für euch ein Experteninterview mit dem Kinderarzt Dr. med. Christof Metzler geführt.


Erhöhte Temperatur und Fieber beim Baby

Ratgeber und Interview mit Kinderarzt Dr. med. Christof Metzler

1. Herr Dr. Metzler, zum Thema Babys und Fieber gibt es viele Dinge, die zu beachten sind und die man vorab wissen sollte. Ab wann bzw. ab welchen Temperaturen spricht man denn genau von Fieber bei Babys?

Eine Körpertemperatur von über 38°C ist nicht mehr normal, deshalb beginnt für mich Fieber ab 38°C. Manche meiner Kollegen sprechen jedoch von einer „erhöhten Temperatur“ bei Werten zwischen 38 und 38,5°C und für sie beginnt Fieber erst ab 38,5°C. Wichtig: Fieber ist erst ab 42°C gefährlich (nicht 40°C!) – kleine Kinder haben oft (unabhängig von der Schwere der Erkrankung) Fieber über 40°C.

2. Warum kriegen Babys und Kinder viel häufiger Fieber als Erwachsene?

Wenn wir Menschen auf die Welt kommen, dann beginnt unser Immunsystem bei Null – das bedeutet, dass kleine Kinder viel häufiger krank werden, weil die Antikörper gegen die Krankheitserreger zunächst noch nicht da sind und erst durch das Durchmachen der Erkrankung gebildet werden. Dazu kommt, dass die Kleinen wegen des unreifen Immunsystems einfach viel schneller fiebern als die Großen.

3. Fieber: Was passiert genau im Körper?

Fieber ist eine vom Körper automatisch ausgelöste Temperaturerhöhung – also zunächst hobea-baby-body-seepferdchen-weissetwas völlig Natürliches und Normales. Bei Fieber können bestimmte Abwehrprozesse leichter ablaufen, wodurch das Immunsystem leichter Erkrankungserreger bekämpfen und so den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Fieber ist für den Körper immer eine „Ausnahmesituation“, das heißt, es wird viel Energie und Kraft für die Krankheitsbekämpfung gebraucht und es sollte deshalb entsprechend Rücksicht genommen werden: in der Fieberzeit braucht der Körper Schonung und Ruhe. Zu Beginn des Fiebers wird häufig ein Schüttelfrost und das Bedürfnis nach Wärme bemerkt, was kurze Zeit später vom Schwitzstadium abgelöst wird: dabei soll der kleine fiebernde Patient nicht zu warm eingepackt werden, damit die Körperhitze auch abgegeben werden kann.

4. Wie stelle ich fest, dass mein Kind fiebert? Was sind erste Anzeichen?

Meist bemerkt man eine Verhaltensveränderung beim fiebernden Kind: es wirkt unlustig, wird schlapp und müde, oft anhänglich und quengelig und der Hunger lässt merklich nach. Oft, aber nicht immer, fühlt es sich auch heiß an.

5. Wo und womit misst man bei Babys am besten Fieber? Was liefert genauere Werte?

Bei Babys und kleinen Kindern ist die Fiebermessung im Popo (anal) per digitalem Thermometer die zuverlässigste Methode, allerdings nur, wenn es ausreichend tief eingeschoben ist! Nach meiner Erfahrung sind andere Messmethoden (Ohr- und Stirnthermometer) nicht ausreichend zuverlässig und führen wegen unterschiedlichen Messergebnissen zu unnötiger Verunsicherung der Eltern.

6. Wie helfe ich meinem fiebernden Baby?

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Das ist genau der Punkt: nicht die Fieberbehandlung, sondern die Behandlung des fiebernden Kindes steht im Vordergrund: denn oft geht es dem kleinen Fieberpatienten gar nicht so schlecht. Wenn er nämlich die meiste Zeit einfach viel schläft, ausreichend trinkt (weniger essen ist für ein paar Tage kein Problem!) und keine Schmerzen hat, ist eine spezielle Therapie, insbesondere die Gabe von Fiebermitteln, gar nicht erforderlich. Es braucht in dieser Zeit jedoch mehr Zuwendung, Rücksichtnahme und Verständnis durch die Eltern. Leidet es jedoch unter dem Fieber, findet es keine Ruhe und keinen Schlaf, hat es Schmerzen, trinkt es länger als 6-8 Stunden nichts mehr, dann kann eine Senkung des Fiebers für ein paar Stunden eine Linderung der Beschwerden bewirken, da ein Fiebermedikament immer auch gleichzeitig gegen Schmerzen wirkt. Bitte dabei jedoch die angegebene Tageshöchstdosis einhalten, vor allem bei der Gabe von Paracetamol! Grundsätzlich kann man eine Fiebersenkung auch durch Wadenwickel (mit lauwarmem Wasser) zu erreichen suchen. Dazu müssen aber die Beine warm sein und das Kind die Behandlung zulassen…

7. Wann sollte man mit seinem Baby einen Kinderarzt aufsuchen?

Bei einem Baby unter einem Jahr sollte jedes Fieber, das zu einer Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes führt, innerhalb von 12-24 Stunden ärztlich abgeklärt werden. Eine Ausnahme für eine Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt kann sein, wenn zum Beispiel ein offensichtlicher banaler Schnupfen die Ursache für das Fieber ist, das Baby dabei nicht beeinträchtigt ist, ausreichend gut trinkt und auch noch ausreichend Schlaf findet. Bei Kleinkindern kann man drei Tage Fieber auch mal ruhig „abwarten“, solange keine wesentliche Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes besteht und das Kind und die Eltern damit klarkommen. Bei den meisten fieberhaften Infekten ist ein Virus der Auslöser des Fiebers, welches meist spätestens am vierten Tag „von alleine“ wieder verschwindet.


Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Dr. Metzler für dieses Interview und seinen Expertenrat!

Auf seinem Youtube Kanal spricht der Kinder- und Jugendarzt aus seinen persönlichen und Sprechstundenerfahrungen über ein großes Spektrum von Themen rund um das Thema Kinder und Gesundheit. Er erklärt Krankheitsbilder, bespricht Therapieansätze und gibt praktische Tipps hauptsächlich vom 1. bis zum 7. Lebensjahr und auch darüber hinaus.

Hinweis: Die Gesundheitstipps dienen nur als Orientierungshilfe und ersetzen natürlich keine ärztliche und individuell notwendige Beratung.


fragezeichenWie bemerkt ihr bei euren Kleinen Fieber und wie messt ihr es? Was ist euer Geheimtipp um die Kleinen zu beruhigen? Und welche Erfahrungen habt ihr generell mit Fieber gemacht? 

Das HOBEA-Germany Team wünscht euch Gesundheit und wenig Fieber. :)

Interview – Kinderfüße, was ist beim Schuhkauf zu beachten?

Kinderfüße müssen viel aushalten, angefangen vom Krabbeln über die ersten babyfuesse - KopieGehversuche bis hin zum wilden Toben und Spielen.
Betrachtet man, dass rund 98 % aller Kinder mit gesunden Füßen auf die Welt kommen, schockiert die Zahl, dass 80 % der Erwachsenen verformte Füße haben. Der Hauptgrund dafür ist falsches Schuhwerk.
Mit dem richtigen Kinderschuhkauf kann man von Beginn an dies frühzeitig vorbeugen.

Im Zusammenhang mit der Besonderheit von Kinderfüßen, haben wir uns gefragt, was man alles bei den zarten kleinen Füßchen beachten muss – ab welchem Alter festes Schuhwerk empfohlen wird und welche Materialien geeignet sind.
Aus dem Grund haben wir für euch ein Interview mit dem Orthopäde Dr. Christoph Pilhofer geführt. Der Orthopäde mit Zusatzbezeichnung Kinderorthopäde erzählt, was beim Schuhkauf zu beachten ist.


Interview mit Orthopäde Dr. Christoph Pilhofer

Wer sind Sie?

„Mein Name ist Dr. Christoph Pilhofer, ich bin niedergelassener Facharzt für Orthopädie mit der Zusatzbezeichnung Kinderorthopädie und betreue in meiner Gemeinschaftspraxis nur mehr fast ausschließlich Kinder und Jugendliche mit orthopädischen Problemen unterschiedlichster Couleur. Mein Alltag reicht dabei von der Beurteilung kindlicher Knickfüße bis hin zur komplexen Betreuung schwerst mehrfach Behinderter.“

Warum ist ein vernünftiges, hochqualitatives, auf die speziellen, kindlichen Anforderungen ausgerichtetes Schuhwerk in den ersten Entwicklungsjahren besonders wichtig? Welche Auswirkungen kann eine Schädigung der Fußgesundheit in diesen jungen Jahren mit sich ziehen?

„Die kindliche Fußentwicklung wie die körperliche Entwicklung im Allgemeinen ist maßgeblich geprägt von den motorischen Anforderungen, die das Kind seinem Bewegungsapparat im positiven Sinne abverlangt. Als Merksatz kann dabei gelten: „Ein Kind wird, was es tut.“ Demnach ist ein Schuhwerk, das diese Anforderungen unterstützt, nicht nur sinnvoll, sondern für eine gesunde körperliche Entwicklung unabdingbar. In diesem Sinne ist auch die Aufforderung zu verstehen, Kinder immer wieder in geeigneten Situationen barfuß laufen lassen, da diese Form der Belastung für die Fußgesundheit essentiell ist. Ich entlehne an dieser Stelle regelmäßig einen Spruch aus der Architektur, dieser lautet: „form follows function“. Übertragen in den Bereich der Medizin bedeutet das, ein Patient braucht nicht einen wohlgeformten Fuß, um gut laufen zu können, sondern wer viel läuft, entwickelt einen regelhaften Fuß.“

Auf welche Aspekte sollte man beim Kauf von Krabbel- und Lauflernschuhen besonders achten? Welche Materialien, Formen, Sohlen etc. sind hier besonders empfehlenswert?

DSC_0328 - Kopie„Die ersten Schuhe sind eigentlich nur eine Schutzhülle und sollen den Fuß zwar vor äußeren Einflüssen wie Kälte, Nässe o.ä. schützen, ihm aber keine Arbeit abnehmen, denn gemäß den Ausführungen in der Frage zuvor ist muskuläre Arbeit ein positiver Faktor für die Entwicklung des Fußes. Insofern sind weiche und strapazierfähige, aber nicht formgebende Schuhe zu bevorzugen. Ich empfehle in meiner täglichen Arbeit die Verwendung von Schuhen aus dem Material Leder, da dieses den genannten Erfordernissen am ehesten entspricht.“

Ab welchem Alter machen feste Schuhe bzw. Lauflernschuhe Sinn und welche Besonderheiten sollten sie mitbringen?

„Die Antwort auf diese Frage macht sich nicht am Alter der kleinen Patienten fest, sondern vielmehr am motorischen Entwicklungsstand. Kinder beginnen etwa im Alter von 10 Monaten sich aus dem Vierfüßler in den eingehaltenen Stand „hochzuarbeiten“ und ab diesem Moment können Lauflernschuhe je nach Umgebung des Kindes (z. B. Fliesen, Steinböden, o.ä.) sinnvoll sein. Feste Schuhe sind erst überlegenswert, wenn das Kind auch beginnt das Umfeld seines Zuhauses zu entdecken, d.h. wenn die elterliche Wohnung auf eigenen Füßen verlassen wird. Feste Schuhe dürfen dabei gerne knöchelübergreifend sein, da Kleinkinder aus ihrem Körperbau heraus nahezu regelhaft einen Knickfuß aufweisen und hier ein Stück weit entgegengewirkt werden kann.“

Baby mit weichen Leder Krabbelschuhen von HOBEA

Wie finde ich die richtige Schuhgröße für das Kind heraus? Wie viel Platz sollte vom Zeh bis zum Schuh vorhanden sein?

„Die richtige Schuhgröße bemisst sich zum einen an der längsten Zehe des Kindes, diese ist erfahrungsgemäß die Großzehe oder die benachbarte zweite Zehe. Vor dieser sollte eine Daumenbreite des Kindes (!) Platz bis zur Zehenkappe des Schuhs sein. Zum anderen sollte der Schuh in seiner Breite der Fußbreite entsprechen. Da Kinder im hier diskutierten Alter keine Angaben zur Passform des Schuhs machen können, empfehle ich den Eltern in meiner Praxis die Anfertigung einer Schablone. Hierzu kann das Kind auf ein Blatt Papier gestellt werden, ein Elternteil fährt dann mit einem Stift eng am Fußrand des belasteten Fußes entlang und diese Schablone kann dann ausgeschnitten zum Schuhkauf verwendet werden. Die Passform im Schuh kann dann anhand der Länge der Schablone im Schuh abgeschätzt werden, ebenso wie die Breite. Hinsichtlich der Länge muss die bereits erwähnte Daumenbreite Platz sein, seitlich dürfen sich die Ränder der Schablone weder aufbiegen noch darf die Schablone schlottern.“

Was ist außerdem bei der Fußgesundheit von Babys und Kleinkindern zu beachten? Wie hält man Kinderfüße langfristig gesund?

„Wie schon erwähnt ist regelmäßiges Barfußlaufen als fußgesund zu betrachten, bei älteren Kinder, sprich ab dem Kindergartenalter, sind auch spielerische Fuß-gymnastik, wie z.B. das Sortieren von Murmeln mit den Füßen, der Zehenspitzengang oder das Zerreißen eines Zeitungsblattes sinnvolle Beschäftigungen zur Kräftigung der Binnenmuskulatur des Kinderfußes.“


Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Pilhofer für dieses Interview und seinen Expertenrat!

Fazit: Für gesunde Kinderfüße und um ein kindgerechtes Schuhwerk zu finden müssen einige Aspekte beachtet werden. Wir haben eine kleine Checkliste mit den wichtigsten Punkten für euch zusammengestellt:

Bild3

  1. Zum Punkt Passgenauigkeit: Wie ihr HOBEA-Germany Kinderschuhe richtig messen könnt, erfahrt ihr in unserem Größenratgeber.

fragezeichenWann habt ihr euren Kleinen festes Schuhwerk angezogen? Wusstet ihr wie man die Schuhgröße richtig misst? Und was haltet ihr generell vom Barfußlaufen?

Das HOBEA-Germany Team wünscht gesunde Füße und jederzeit das richtige Schuhwerk!